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Hallig Habel: Die kleinste Hallig im Nationalpark Wattenmeer

Moderator Steve Carstensen bereiste die kleinste Hallig im Nationalpark Wattenmeer, die in der Schutzzone I liegt und daher kein Urlaubsziel für Touristen darstelle. Seine Reise begann nahe Ockholm über 3,2 Kilometer über das Watt nach Habel. Dort angekommen hat Steve sich mit Vogelkundler Bernd-Dieter Drost getroffen, der zu dem Zeitpunkt die Hallig bewohnte und einen Einblick in seine Arbeit und die Hallig gewährte.
Bevor die kleinste Hallig der Nordsee zu dem wurde, was sie heute ist passierte unter Einfluss heftiger Naturgewalten eine Reihe von Ereignissen. Ein kurzer Einblick in die Historie der Hallig:
Am 15. Januar 1362 wütete ein gewaltiger Sturm der heute „der zweite Marcellussturm“ oder auch „Erste Mandrenke“ genannt wird. Eine Orkansturmflut mit einem großen Ausmaß, die 1 500 Opfer und Inseln forderte. Strand mit seinem Ort Rungholt wird stark beschädigt, die Nordseeküste bildet sich neu. 1634 – Die „zweite Mandrenke“ mit gewaltigen Ausmaß und Veränderungen. Strand versinkt, Rungholt dazu, aus den Überresten bilden sich Pellworm und Nordstrand. 6 400 Menschen ertranken. Doch aus dem Meer ragten neue Landschaften hervor, Überreste von Strand fragte man sich? 1802 wurde eine damals noch vermeintliche Insel namens Habel mit 3 Warften besiedelt. 86,5 ha Land mit einer herrlichen Landschaft und Tieren auf der südlichen Spitze. Auf den Karten jedoch verkleinerte sich die Insel, aus 86,5 ha wurden 41 ha und das in nur 57 Jahren. 1859 wurden auf Habel 5 Milchkühe, 4 Kälber, 29 Mutterschafe und 24 Lämmer gezählt. 1868 wurde das Haus auf der südlichen Spitze abgebrochen.1876misst Habel nur noch 35 ha, ein jähr später 27 ha. Was ist passiert? Landverlust, und zwar jährlich 7 Ellen, was 4 Meter Breiten entspricht. Die vermeintliche Insel schrumpft, es ist aber gar keine Insel, denn Inseln schrumpfen nicht einfach so. Es ist also eine Hallig, und dazu auch noch eine die möglicherweise dem Ende geweiht war.
1905 – Der preußische Staat kauft die Hallig Habel in der Nordsee für 6 000 Mark, das sind umgerechnet 3067,75 EUR. Habels Pächter war Kapitän Meiner Mommsen, der bis 1918 lebte, ehe ihn der Tod einholte. Die Hallig misst zu dieser Zeit 17,5 ha. Gut drei Jahre später bricht die südliche Warft auseinander, Habel verliert 3,5 ha Land, somit sind es nur noch 14 ha.1916wird Habel von einer Flut überrascht, die Westwand des nur noch einzigen Hauses wird zerstört. 1923 verlässt auch der letzte Landwirt die Hallig, sie war zu jenen Zeiten unbewohnt. Ein Jahr später misst die Hallig nur noch 7,5 ha Land. Ein Paradies wird zurückgelassen. Doch man gab die Hoffnung nicht auf, die Hallig muss gerettet werden, bestehen bleiben, bewohnt werden, somit wurde 1934 eine Uferbefestigung gebaut. Ein Ring von Steinen, der Habel vor Fluten und Landverlusten schützen sollte. Mit Erfolg! Rasmus Thamsen und Wilhelm Klaus besiedelten die verlassene Hallig. 1948 wurde die Hallig an das Kreisjugendamt Husum verpachtet, danach zog 1951 Maria Lorenzen von der Hallig Langeneß nach Habel. 1958 wurde Habel für ein Jahr von Martha Johns aus Bredstedt und von1959bis1982an Hans Andresen aus Husum verpachtet. Habels jetziger Pächter ist der Verein Jordsand seit1983und Besitzer das Land Schleswig-Holstein. Jährlich reisen Vogelkundler auf die kleinste Hallig der Nordsee um dort sämtliche Vogelarten zu zählen. Touristen dürfen die Hallig nicht betreten, nur die Vogelkundler. Somit ist Habel nicht nur die kleinste Hallig mit 600 Metern länge und 100 Meter Breite, sondern auch die wohl geheimnisvollste Hallig im Nationalpark Wattenmeer.
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Teil 10